Gottesdienst im Lebenskreis

Gottesdienstliche Feiern begleiten wichtige Lebensstationen und Übergänge: Von der Geburt über das Erwachsenwerden, über Partnerschaft, Familiengründung und Jubiläen bis hin zu Sterben und Tod. Dabei werden Lebenssituation und Evangelium in besonderer Weise verknüpft. In diesem „Segensraum“ (U. Wagner-Rau) erfahren Menschen Zuspruch und Ermutigung.

Für viele Menschen bieten die Kasualien einen der wenigen, aber wichtigen Anknüpfungspunkte mit Kirche. Hier kann sich Glaube für die unterschiedlichsten Menschen neu plausibilisieren. Gleichzeitig stellt dies die Liturgiegestaltenden vor einige Herausforderungen. Sowohl Inhalte wie auch gottesdienstliche Formen und Rituale sind nicht mehr als bekannt vorauszusetzen. Und nicht selten geraten theologische Anliegen und die Bedürfnisse, bzw. Gestaltungswünsche der Beteiligten in eine Spannung. Kasualfeiern bieten Pfarrpersonen aber auch Gelegenheit, mit Menschen in einen intensiven Kontakt zu treten, sie in besonderen Momenten ihrer Biographie zu begleiten und so einen wesentlichen Beitrag zur Lebensgestaltung und -bewältigung zu leisten.

Grundlagen und Literatur

Kasualgottesdienste (Ch. Müller)

Stefan Reinke, Musik im Kasualgottesdienst. Funktion und Bedeutung am Beispiel von Trauung und Bestattung, Göttingen 2010.

Ulrike Wagner-Rau, Segensraum. Kasualpraxis in der modernen Gesellschaft, Stuttgart 2008.

Christian Grethlein, Grundinformationen Kasualien. Kommunikation des Evangeliums an den Übergängen des Lebens, Stuttgart 2007.

Kristian Fechtner, Kirche von Fall zu Fall. Kasualpraxis in der Gegenwart – eine Orientierung, Gütersloh 2003.